Von Sternstunden und kühnen Träumen – Elisabeth Selbert und der Kampf um die Gleichberechtigung in Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes

Geschrieben von Petra Weis am in Frauen in der Politik, Start

Das Jahr 2019 ist reich an Gedenktagen – auch und gerade für Frauen. Vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht eingeführt, und vor 70 Jahren trat das Grundgesetz in Kraft, das in Artikel 3, Absatz 2 den ebenso schlichten wie folgenreichen Satz enthält: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Zu verdanken haben wir diesen Satz der Sozialdemokratin Elisabeth Selbert, die buchstäblich wie eine Löwin für dieses unmissverständliche Grundrecht gekämpft hat. Und die zu Unrecht jahrzehntelang in Vergessenheit geraten war – auch in der SPD. Es waren 61 Männer und vier Frauen, die 1948 Sitz und Stimme im Parlamentarischen Rat hatten, der verfassungsgebenden Versammlung, deren Auftrag es war, ein Grundgesetz zu erarbeiten, das bis zur Wiedervereinigung als vorläufige Verfassung für die junge Bunderepublik fungieren sollte. Neben Helene Weber (CDU) und Helene Wessel (Zentrum) gehörten auch die Sozialdemokratinnen Frieda Nadig und Elisabeth Selbert zu den „Müttern des Grundgesetzes“. Als es darum ging, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz zu verankern, war Elisabeth Selbert zunächst auf sich allein gestellt. Elisabeth Selbert war eine außergewöhnliche Frau. Als eine der ersten Frauen zum Jurastudium zugelassen, über die „Zerrüttung als Ehescheidungsgrund“ promoviert und als eine der wenigen Juristinnen, die während des Nationalsozialismus praktizieren konnten, verfügte sie über einen enormen juristischen Sachverstand. Und sie wusste um die rechtliche Stellung der Frauen, die im Ehe-, Familien- und Arbeitsrecht den Männern nicht gleichgestellt waren. Noch immer konnte der Ehemann über die Erziehung der Kinder bestimmen, Frauen durften ein Bankkonto nur mit Genehmigung des Ehemanns eröffnen und nur mit seiner Erlaubnis einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Vor diesem persönlichen – und natürlich auch politischen – Hintergrund sah sie sich mit dem ersten Entwurf des Grundgesetzes konfrontiert, der von einem Verfassungskonvent vorgelegt wurde, der 1948 auf der Insel Herrenchiemsee getagt hatte – und sich ausschließlich aus Männern zusammensetzte. In diesem Entwurf hieß es in Sachen Gleichberechtigung: „Männer und Frauen haben grundsätzlich die selben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten“. Elisabeth Selbert ging dieser Vorschlag nicht weit genug. Er hatte für sie nur deklamatorischen Charakter und ließ ihres Erachtens zu viele Hintertürchen offen. Sie schlug deshalb konsequenterweise vor, den Grundgesetzartikel schlicht und ergreifend umzuformulieren: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Die erfahrene Juristin wollte mit ihrem Vorschlag sicherstellen, dass der Gesetzgeber qua Verfassung einen imperativen Auftrag bekommt, auf die Gleichberechtigung der Geschlechter hinzuwirken. Ihr konsequentes Eintreten für diesen Vorschlag löste zunächst Abwehrreaktionen bei den männlichen Kollegen aus – aber auch bei ihren weiblichen Mitstreiterinnen. Gegen diese „Phalanx“ schien sie zunächst machtlos. Nicht nur die Konservativen hielten die männliche Vorherrschaft auch nach zwei Weltkriegen für quasi naturgegeben. Auch mancher Sozialdemokrat fürchtete, dass die volle Gleichberechtigung der Geschlechter buchstäblich im Chaos enden könnte. Denn es war a-offenkundig, dass fast alle ehe- und familienrechtlichen Bestimmungen diesem Grundsatz widersprachen. Wovor sich die Gegner fürchteten, nämlich dass alle diese Regelungen über kurz oder lang außer Kraft gesetzt werden müssten – gerade darauf setzte Elisabeth Selbert. Das BGB sollte der gesellschaftlichen Realität angepasst werden, wo doch die Frauen bereits hinlänglich bewiesen hatten, Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen zu können. Elisabeth Selberts Entwurf für den Gleichberechtigungsartikel wurde anschließend in den zuständigen Ausschüssen des Parlamentarischen Rates gleich zweimal abgelehnt. Dieses Ergebnis überraschte sie, war sie doch davon ausgegangen, dass es anno 1948/49 keine kontroverse Diskussion mehr über die volle rechtliche Gleichstellung der Frau geben würde. In ihren Augen hätte die Gleichberechtigung der Frau nach den Erfahrungen zweier Weltkriege ohne Kampf über die Bühne gehen müssen. So bekannte sie dann auch in einer Rede im Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates sie habe es sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können, dass ihr Antrag abgelehnt werden würde. Elisabeth Selbert ließ sich aber durch diesen Rückschlag nicht entmutigen, im Gegenteil. Sie nutzte ihre Erfahrung und ihre Bekanntheit und rief Frauen im ganzen Land auf gegen die Nichtaufnahme ihres Vorschlags in das Grundgesetz zu protestieren. Sie bereiste zahlreiche Städte, nahm an unzähligen Veranstaltungen teil – wie ein Wanderprediger, wie sie sich selbst charakterisierte. Binnen kurzer Zeit kam eine eindrucksvolle Kampagne ins Rollen: Zigtausende Frauen aus allen Schichten und Berufen schrieben empörte Briefe an den Parlamentarischen Rat – im wahrsten Sinne des Wortes waschkörbeweise. Der öffentliche Protest überraschte die Gegner, sie gaben schließlich auf. „Eine Sternstunde meines Lebens“, nannte Elisabeth Selbert später den Moment, als der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ als Artikel 3, Absatz 2 am 23. Mai 1949 ins Grundgesetz aufgenommen wird – einstimmig! Was nun folgte waren die sprichwörtlichen Mühen der Ebenen – bis heute im Übrigen. Elisabeth Selbert hatte selbst vorgeschlagen, dem Gesetzgeber eine Frist bis zum 31. März 1953 einzuräumen um die bestehenden Gesetze an den Gleichberechtigungsartikel anzupassen. Diese Frist verstrich jedoch, ohne dass diese Verpflichtung eingelöst wurde. Es war seitdem immer wieder das Bundesverfassungsgericht, das den Gesetzgeber mit seinen Entscheidungen anhielt, dem Auftrag des Grundgesetzes Genüge zu tun. 1957 wurde das Gleichberechtigungsgesetz verabschiedet, das aber noch viele Wünsche offen ließ. Erst 1977 erfolgte während der sozial-liberalen Koalition die Reform des Ehe- und Familienrechts, 1980 trat das Gesetz über die Gleichbehandlung am Arbeitsplatz in Kraft, 1994 folgte das zweite Gleichberechtigungsgesetz. Der Artikel 3, Absatz 2 wurde im Zuge der deutschen Einheit erweitert. Schon im Einigungsvertrag 1990 war vereinbart worden, dass der gesamtdeutsche Gesetzgeber die Aufgabe hat, die Gesetzgebung zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen weiterzuentwickeln. Die eingesetzte Verfassungskommission sah sich mit den Forderungen eines fraktionsübergreifenden Frauenbündnisses konfrontiert – das sich symbolträchtig auf der Insel Frauenchiemsee traf -, den Artikel mit Blick auf eine aktive Rolle des Staates bei der Durchsetzung der tatsächlichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu novellieren. Mit Erfolg: 1994 wurde der Artikel 3, Absatz 2 um den Satz erweitert: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Damit war Elisabeth Selberts Anliegen Rechnung getragen und der Staat zum Handeln verpflichtet. Von 1994 bis heute folgten dann weitere Gesetze und Bestimmungen u.a. zur Steigerung der Repräsentanz von Frauen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen, das Entgelttransparenzgesetz und Quotenregelungen in den Parteien. Aber weder in der Politik noch in der Wirtschaft ist die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männer erreicht. Es ist noch viel Luft nach oben, weshalb die auch von der ASF in diesem Monaten vertretene Forderung nach einem Paritätsgesetz eine neue Etappe einläutet – letztlich auf dem Weg zur Vollendung unserer Demokratie. Elisabeth Selbert hat ihren späten Erfolg nicht mehr erleben können. Sie starb 1986, und es ist für uns heute völlig unverständlich, warum die SPD dieser herausragenden Politikerin keine herausragende Position angeboten hat – außer einem Sitz im Hessischen Landtag. Nachdem die neue Frauenbewegung und insbesondere die Frauenforschung Elisabeth Selbert in den 1980er Jahren „wiederentdeckt“ hatten, stieg ihre Bekanntheit umso mehr, und ihre Verdienste um die Gleichstellung von Frauen und Männern werden seitdem hoch geschätzt. Nicht nur die SPD-Frauen haben Elisabeth Selbert viel, ja vielleicht alles zu verdanken. Nicht auszudenken, wo wir heute stünden, wenn sie nicht mit aller Hartnäckigkeit und gegen viele Widerstände ihr Ziel verfolgt hätte. Ihre Kompetenz, ihr politischer Weitblick, aber auch ihr politischer und persönlicher Mut sind bis heute nahezu unerreicht.

https://www.hdg.de/lemo/biografie/elisabeth-selbert.html

Anteil der Frauen in Duisburg

Geschrieben von Dr. Maxi Platz am in Statistisch

Frauen in der Stadtverordnetenversammlung/im Rat der Stadt Duisburg 1919 bis 2019 im Vergleich, Gesamtanteil/-zahl und SPD-Zugehörigkeit

Jahr Gesamtzahl Stadtverordnete bzw. Ratsmitglieder davon Frauen abs.davon Frauen in % Anzahl SPD-Frauen, Stadtverordnetenversammlung bzw. Rat der Stadt
1919 75 4 5,3 2
1946 48 1 2,0 keine
1948 44 1 2,3 keine
1952 54 5 9,3 2
1956 60 5 8,3 3
1961 60 6 10,0 3
1964 61 6 9,8 3
1969 61 5 8,2 3
1975 83 89,6 5
1979 83 8 9,6 5
1984 83 12 14,5 8
1989 75 17 22,7 13
1994 75 20 26,7 13
1999 74 16 21,7 8
2004 74 20 27,03 7
2009 74 18 24,32 8
2014-2019 84 31 36,9 12



Duisburger Ratsfrauen im überregionalen Vergleich – heute an der Spitze

Von 1919 bis heute hat sich der Frauenanteil im Rat der Stadt Duisburg versechsfacht.

Ein überregionaler Vergleich mit anderen großen NRW-Städten macht deutlich, dass Duisburg stark aufgeholt hat und einen der größten Frauenanteile in den Ruhrgebietsgroßstädten stellt.

Das ist ein Erfolg, aber Ziel unser Ziel ist und bleibt 50% der Ratsleute müssen Frauen sein, nur das ist eine gerechte Verteilung der Sitze an der Spitze der Stadt!

Zur Erläuterung: Städtevergleich – bezogen auf 2017 – mit den Städten Bochum (29,76 %), Bonn (33,33 %) , Düsseldorf (31,71 %), Essen (31,11 %), zum Vergleich: Münster (30,56 %) u.a. großen NRW-Kommunen macht deutlich, dass Duisburg mit 36,9 % Frauenanteil im Rat der Stadt nur noch z.B. von Dortmund (39,36 %) übertroffen wird.

Autorinnen:
AsF-Frauengeschichts-AG: Doris Freer, Ingrid Marx, Maxi Platz, Martina Stecker, Petra Weis

Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling

Geschrieben von Ingrid Marx am in in der Stadtpitze

Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling

* 31.12.1949 in Duisburg-Meiderich

Studierte Sozialwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Ruhr-Universität Bochum und war dann Lehrerin für Berufsbildende Schulen.

Bärbel Zieling wurde 1972 Mitglied der SPD, gehörte der Bezirksvertretung Hamborn 1975–1979 an, dem Rat der Stadt Duisburg 1979 bis 1997. Sie war stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion vom November 1981 bis April 1988, danach Fraktionsvorsitzende bis Juni 1997. Ab 1995 war sie Bürgermeisterin, arbeitete aber bis 1997 noch hauptberuflich als Lehrerin an der Berufsschule in Dinslaken.

1997 wurde sie vom Rat als Nachfolgerin von Josef Krings als Oberbürgermeisterin gewählt. Mit ihrer Wahl galt zugleich die neue Gemeindeordnung in NRW, nach der der Oberbürgermeister hauptamtlich als erster Repräsentant der Stadt auch Chef der Verwaltung ist. In der nachfolgenden Kommunalwahl 1999, erstmals eine Direktwahl des Oberbürgermeisters, gewann Bärbel Zieling gegen den von der CDU aufgestellten parteilosen Gernot Born, ehemals Rektor der Universität-Gesamthochschule Duisburg, bereits im ersten Wahlgang.

Bei der Kommunalwahl im Oktober 2004 wurde Bärbel Zieling nicht wiedergewählt.

Danach zog sie sich aus dem politischen Leben zurück.

Bürgermeisterin Monika Busse

Geschrieben von Ingrid Marx am in in der Stadtpitze

Bürgermeisterin Monika Busse

* 11.11.1941 in Hamborn

SPD seit 1974, stv. Vorsitzende, langjährige Vorsitzende Ortsverein Buchholz der SPD

Bezirksvertretung Süd 1979 – 1984, Ratsmitglied 10/1989 – 10/2009 (Buchholz)

Bürgermeisterin 7/1997 – 9/1999, 5/2002 – 4/2007

Haupt- und Finanzausschuss, Kulturausschuss, Werksausschuss Entsorgungsbetriebe (Vorsit-zende)

Aufsichtsrat Zoo, GEBAG, Vors. Aufsichtsrat Gemeinschafts-Müllverbrennungsanlage Oberhausen

Schwerpunkt der kommunalpolitischen Tätigkeit von Monika Busse war die Sorge um ihren Ortsteil Buchholz, wo sie stark verwurzelt war. Im Bürgermeisteramt fand sie allgemeine Anerkennung, sie galt als besonders bürgernah. Ihr fachlicher Schwerpunkt im Rat war die Entsorgungspolitik – sie amtierte lange Jahre als Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, aber auch als Vorsitzende der „Initiative für ein sauberes Duisburg“.

Vereine: Vorsitzende der “Initiative für ein sauberes Duisburg“ (ab 2001), stv. Vors. der Stif-tung Kindernothilfe, Ehrensenatorin KG „Alle Mann an Bord“

Ehrungen: Stadtplakette, Alt-Bürgermeisterin seit 03/2010

Sarah Philipp seit 2012

Geschrieben von Ingrid Marx am in im Landtag

Sarah Philipp

Sarah Philipp machte ihr Abitur 2002 am Steinbart Gymnasium in Duisburg. Das Studium der Wirtschaftsgeografie, der Geografie und der Politikwissenschaft beendete sie mit einem Magisterabschluss 2008 an der RWTH Aachen.

Nach verschiedenen beruflichen Tätigkeiten im Bereich Stadtentwicklung und Stadterneuerung arbeitete sie ab 2010 als Projektmanagerin in einem Dortmunder Planungsbüro, bis sie im Mai 2013 in den nordrhein-westfälischen Landtageinzog.

Sie wurde Mitglied des Ausschusses für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr und des Rechtsausschusses. Zudem berief man sie in den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Bauvorhaben unter Leitung des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW.

Sarah Philipp trat 1998 im Alter von 15 Jahren in die SPD ein, wo sie sich zu Beginn vor allem bei den JUSOS und in ihrem Ortsverein Duisburg-Buchholz engagierte.

Ab 2008 arbeitete sie im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Duisburg mit. 2010 wurde sie zur Ortsvereinsvorsitzenden in Buchholz gewählt. Im gleichen Jahr wurde sie Mitglied der Gewerkschaft IG BCE.

2015 – 2017 : Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung

2017 – 2018: Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen

Seit 2018: Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen

Bärbel Bas

Geschrieben von Bärbel Bas am in im Bundestag

Bärbel Bas

* 4.5.1968 in Duisburg

„Von 1994 bis 2002 war ich Mitglied im Rat der Stadt Duisburg und vorwiegend im jugend-und gesundheitspolitischen Bereich tätig. Ich wollte damals Jugendarbeit machen, kam dann auch in den Jugendhilfeausschuss und da passte das natürlich ganz gut. So habe ich dann meine ersten Erfahrungen mit einer Direktkandidatur gemacht.

Dann wollte ich auch im Rat auf einer weiteren Ebene etwas für die Jugendlichen tun und dann auch für die ganze Stadt.“

Mitglied des SPD-Unterbezirksvorstandes seit 1990, seit 2006 stv. Unterbezirksvorsitzende der SPD Duisburg, seit 2004 Mitglied im Regionalvorstand Niederrhein, seit 2009 Mitglied im Sprecherkreis der Ruhr SPD und seit 2010 Vorsitzende des SPD-Landesparteirats in NRW (2013 wiedergewählt).

Bundestagsmitglied seit Oktober 2009 für den Bundestagswahlkreis Duisburg-Süd – „Der Wunsch, Bundespolitik zu machen, kam also aus meinem Beruf heraus. In der Krankenkasse war ich immer ausführendes Organ, wollte aber immer auf die andere Seite des Gesetzgebers und dort für Verbesserungen sorgen. Und Gesundheitspolitik geschieht nun mal auf Bundesebene. Deswegen habe ich auch nie für ein Landtagsmandat kandidiert. Für mein berufliches Fachwissen wäre das nicht die richtige Ebene. Ich habe übrigens weiterhin einen ruhenden Arbeitsvertrag bei meiner BKK VBU. Deshalb bin ich relativ frei und unabhängig in meinem Handeln. Ich kann das auch jedem nur empfehlen, eine Ausbildung oder ein Studium zu Ende zu machen.“

Seit 2013 bin ich als Parlamentarische Geschäftsführerin Mitglied des geschäftsführenden Fraktionsvorstandes der SPD-Bundestagsfraktion, sowie seit 2011 Mitglied im Vorstand der NRW Landesgruppe. Im Februar 2014 hat mich die Parlamentarische Linke der SPD-Bundestagsfraktion zur Schatzmeisterin gewählt.

Seit Juli 2015 bin ich für die Arbeitnehmerseite Mitglied im Aufsichtsrat der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM).

Petra Weis

Geschrieben von Ingrid Marx am in im Bundestag

Petra Weis

*28.12.1957 in Duisburg

Nach dem Abitur in Duisburg und dem Studium der Sozialwissenschaften und Geschichte in Bochum und Münster führte sie ihre berufliche Laufbahn über Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin einer Landtags- und einer Europaabgeordneten zum SPD-Parteivorstand nach Bonn und Berlin, wo sie zuletzt das Frauenreferat leitete.

Von 2002 bis 2009 hat sie den Wahlkreis Duisburg I als Mitglied des Deutschen Bundestags in Berlin vertreten. Ihre parlamentarische Arbeit konzentrierte sich auf den Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Sie war von 2005 bis 2009 Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für die Themenbereiche Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung. Im selben Zeitraum war sie stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe „Aufbau Ost“ der SPD-Bundestagsfraktion, um dort auch die Interessen der strukturschwachen Städte und Regionen Westdeutschlands zu vertreten.

Von 1996 bis 2012 war sie Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Duissern. Von 1989 bis 1993 war sie Mitglied der Bezirksvertretung Duisburg-Innenstadt, seit 1991 Sprecherin der SPD-Fraktion. Dem SPD-Unterbezirksvorstand gehörte sie von 1994 bis 2010 an, von 1998 bis 2001 war sie Mitglied im SPD-Bezirksvorstand Niederrhein und stellvertretende Bezirksvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF).

Von 2008 bis 2010 war sie Mitglied des ASF-Bundesvorstands. Sie ist u.a. Mitglied der IG BAU, der Arbeiterwohlfahrt und des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“. Sie gehört zu den Gründungsaktionären der Bürgerstiftung Duisburg, deren Aufsichtsrätin sie ist, und ist Mitglied im Verwaltungsrat des Deutschen Blindenhilfswerkes.